Neueste Beiträge

#41
.
#42
Europa und der Rest der Welt / Budapester Forschungsreaktor
Letzter Beitrag von megapull - Gestern um 08:07
Neben unserem Kraftwerk gibt es in der Stadt noch einige Forschungsreaktoren für Ausbildungszwecke und andere Anwendungen.

Ich besuchte den Forschungsreaktor auf dem KFKI-Campus oben auf den Budaer Bergen (Zentrales Physikalisches Forschungsinstitut). Unglaublich, aber wahr: An jedem letzten Freitag im Monat kann man kostenlos an einer Führung durch den Reaktor teilnehmen. Und ich durfte sogar fotografieren und filmen (solange ich die Sicherheitsvorkehrungen nicht fotografierte).

Es war ein absoluter Traum, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Der Reaktor selbst ist der älteste in Ungarn und seit 1959 in Betrieb. Am Eingang gibt es mehrere Stationen mit Ausstellungen historischer Forschungsinstrumente. Die meisten davon wurden von Gamma Művek entwickelt, einem Unternehmen, das auch heute noch in diesem Bereich tätig ist.

Vor dem Kontrollraum wurden uns einige Steuer- und Brennstäbe gezeigt (natürlich unbenutzt :D), die nur etwa 1 m lang waren. Die Brennelementbehälter selbst sind jeweils etwa 20 cm lang und werden nacheinander in die Brennstäbe eingesetzt. Der Reaktor produziert jetzt 10 MW Leistung, eine Steigerung von ursprünglich 5 MW im Zuge von Modernisierungen. (Die Modernisierungen wurden in zwei Phasen durchgeführt, die letzte in den 90er Jahren.)

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Anschließend gingen wir in den stark retro-inspirierten Kontrollraum, der für sich selbst spricht, und sahen uns die verwendeten Dosimetriegeräte an, die wir auch ausprobieren durften.

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Für die Kenner unter Ihnen werde ich das meiste überspringen, da es sich im Grunde fast ausschließlich um Thermo-Geräte handelt: Thermo-Neutronendetektor-Personendosimeter (EPD, glaube ich) und Thermo FH40G-Dosimetriemessgeräte mit allem erdenklichen Zubehör.

Das Highlight waren für mich die Gamma Autocont Oberflächenkontaminationsdetektoren. Es handelte sich um ein in Ungarn entwickeltes Kontaminationsmessgerät, vergleichbar mit einem weißen Berthold LB 1210, nur analog. Sie wurden speziell für die Überprüfung von Lebensmitteln und anderen Gütern nach Tschernobyl entwickelt, und ich war erstaunt, dass sie nicht nur immer noch im Einsatz sind, sondern auch regelmäßig zertifiziert und geprüft werden. Der Klang dieses Retro-Geräts war unübertroffen – und es war extrem empfindlich. (Ich war wirklich froh, dass ich nicht meine Schuhe trug, die ich zum Mineraliensammeln benutzte.)

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Danach gingen wir in die Reaktorhalle. Sie war wegen der regulären Sommerwartung außer Betrieb, aber ich konnte trotzdem die doppelte Hintergrundstrahlung messen :D Ich fragte, wie lange es dauert, den Reaktor nach der Wartung wieder in Betrieb zu nehmen, und zu meiner Überraschung dauert es, abgesehen von den Sicherheitsüberprüfungen, nur etwa 15 bis 20 Minuten.

Die Abschirmsteine, die man oben sieht, dienen Experimenten der Wissenschaftler, da Neutronenkanäle vom Reaktor ausgehen. Die Steine ��bestehen, wenn ich mich nicht irre, aus Paraffin (neutronenabsorbierend), Beton oder einer Berylllegierung. In diesem kurzen Video, das ich gemacht habe, können Sie die Reaktorhalle sehen.


Danach gingen wir tiefer ins Untergeschoss. Dort werden die bestrahlten Isotope für medizinische und Forschungszwecke gelagert und transportiert. Zum Beispiel Co-60, I-131 und so weiter. Zuerst trafen wir den Mann, der die Behälter für diese Isotope an der Drehbank herstellt, die ebenfalls im Haus steht.

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Anschließend besichtigten wir die Lager- und Transporträume mit vielen Bleiglasstücken, an der Wand montierten Detektoren und mechanischen Armen zum Bewegen der Materialien. Ich konnte diese Geräte ebenfalls bedienen, und es funktionierte reibungslos und einfach.

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Nach jedem einzelnen Zimmer gibt es ein Protokoll zur Überprüfung der Kontamination, bei dem man natürlich auch seine Füße und Hände kontrollieren muss.

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Es war eine fantastische Zeit! Wenn ihr also mal hier seid, solltet ihr unbedingt einen Besuch buchen! :D Mehr Infos gibt es hier: https://www.ek.hun-ren.hu/en/budapest-research-reactor/
#43
Thüringen / Aw: ehemalige Uranerzaufbereit...
Letzter Beitrag von DG0MG - 01. Juli 2026, 23:22
Ein interessante englischsprachige Dokumentation aus dem Jahr 1991. In der ersten Hälfte werden Aufnahmen aus dem Ronneburger Revier, aus der Uranaufbereitung Seelingstädt und von den Schlammteichen bei Culmitzsch gezeigt. Der Protagonist ist dabei u.a. der Umweltaktivist Michael Beleites, der mit einem Geigerzähler "Innova ALPHA iX" (den er von den westdeutschen 'Grünen' bekommen hat) über die Tailings läuft:

#44
Sachsen / Aw: Bahnhof Zwickau ("Zwickau ...
Letzter Beitrag von DG0MG - 01. Juli 2026, 23:04
#45
amerikanische Strahlungsmessgeräte (US) / Aw: Radiac Set AN/VDR-2
Letzter Beitrag von NoLi - 01. Juli 2026, 20:07
Zitat von: DL3HRT am 01. Juli 2026, 11:13...
Drückt man den ATTEN-Taster, so wird der Messwert mit einem im Gerät hinterlegten Faktor multipliziert. Diese Funktion wird benötigt, wenn man aus einem Fahrzeug heraus misst und die Dosisleistung außerhalb des Fahrzeugs wissen will. Dazu muss natürlich der Abschirmkoeffizient des Fahrzeugs bekannt sein und vorab vom Servicepersonal programmiert werden. Der Anwender kann diesen Faktor nicht ändern.
...
Nicht aus dem Fahrzeug heraus, sondern IM Fahrzeug gemessen.
Ich würde den Dosisleistungskorrekturfaktor (Schwächungsfaktor) der NVA-Gammakeule (des RWA-72M) verwenden.
Siehe hier:  https://www.flickr.com/photos/64683169@N00/3542176755
und hier:  https://www.flickr.com/photos/64683169@N00/3542983928/in/photostream/

Norbert
#46
Thüringen / Aw: Die Referenzflächen der WI...
Letzter Beitrag von NoLi - 01. Juli 2026, 19:58
Die Zerfallsreihe nach der Uran-Abtrennung beginnt beim Th-230 bzw. beim Ra-226, dessen Tochter das Rn-222 ist. Da alle nachfolgenden radioaktiven Töchter, bis auf das Po-210, sehr kurzlebig sind, ist die Konzentration der starken Gammastrahler Pb-214 und Bi-214 und damit die Dosisleistung über den Messfeldern maßgeblich von der Rn-222 Bodenluftaktivität abhängig.

Norbert
#47
Thüringen / Aw: Die Referenzflächen der WI...
Letzter Beitrag von Lennart - 01. Juli 2026, 17:01
Zitat von: Radiohörer am 01. Juli 2026, 16:54...doch eigentlich alle Zerfallsprodukte des Urans bis zum Pb!?

Im Spektrum und bei der Gammadosisleistung dominieren die Zerfallsprodukte Pb-214 und allen voran Bi-214, so war es mit Sicherheit gemeint.
#48
Thüringen / Aw: Die Referenzflächen der WI...
Letzter Beitrag von Radiohörer - 01. Juli 2026, 16:54
Zitat von: DL3HRT am 30. Juni 2026, 19:48Es dominieren hier Radon und seine Töchter.
...doch eigentlich alle Zerfallsprodukte des Urans bis zum Pb!?
Oder wurden in Seelingstädt noch andere(s) Nuklid(e) abgetrennt?

Gibt es eine Info, wieviel vom U prozentual noch in den Tailings war? Kaum ein großtechnischer Prozess arbeitet zu 100%...
#49
Deutsche Strahlungsmessgeräte (BRD) / Aw: target nanoSPEC
Letzter Beitrag von Madmax - 01. Juli 2026, 15:47
Vibecoded 2 versions and both can work. My real first experience with vibecoding :)

https://drive.google.com/drive/folders/1TJRfmnmngu6TnGVrrfrmFdHVR943Ordv?usp=sharing  - for those who want to test. Any ideas, feedback, anything else welcome.

Vibecoded in zwei Versionen – beide funktionieren. Meine erste richtige Erfahrung mit Vibecoding :)

https://drive.google.com/drive/folders/1TJRfmnmngu6TnGVrrfrmFdHVR943Ordv?usp=sharing – für alle, die es testen möchten. Ideen, Feedback und alles Weitere sind willkommen.

#50
Zitat von: DG0MG am 16. Mai 2023, 14:51Wie ist eigentlich die Relation zwischen der hier verwendeten Einheit "MeV/cm3" und Bq/m3 ?

Auch diese Frage wird in der vorgenannten Dissertation von Franziska Papenfuß beantwortet:

"dass sich Radon mit seinen Zerfallsprodukten im Gleichgewicht befindet und somit bei einer Radonaktivitätskonzentration von 3750 Bq/m3 eine PAE von 1,3 x 10E8 MeV in einem Kubikmeter Luft frei wird"

Demzufolge wären das 1,3 x 10E2 MeV in 1 cm3 (Kubikmeter ==> Kubikzentimeter: 10E-6)
oder  130 MeV/cm3 bei 3750 Bq/m3,
und zu dieser Relation wollen wir erstmal hin: 1 MeV/cm3 = 28,8 Bq/m3:yahoo:
Das gilt natürlich nur für komplett im Gleichgewicht stehende Zerfallsprodukte.

Wenn nun auf dem Display des AZ-2 im ersten Beitrag 77 Impulse stehen, die, um zur Energie pro Luftvolumen zu kommen, mit einem gerätespezifischen Faktor von 0,05 multipliziert werden müssen, erhalten wir: 77 imp x 0,05 = 3,85 MeV/cm3.
Um nun zur Radonkonzentration zu kommen (mit der unsereiner mehr anfangen kann), rechnen wir weiter:
3,85 MeV/cm3 x 28,8 Bq/m3/MeV/cm3 = 111 Bq/m3.
Da das mit dem Gleichgewicht in der Praxis nicht der Fall ist, wird man den Wert mindestens noch verdoppeln müssen.

Trotzdem: Solche derartige Frischluft, wie der Bergmann dort unten an seinem Arbeitsplatz, habe ich an meinem Arbeitsplatz ja nicht.  :D