Neueste Beiträge

#41
Moin! Habe mal meinen 102 und den Zero mit einer 15 min draußen Messung verglichen Zero in Grau, 102 Schwarz.

Ich habe Claude mal die Ergebnisse interpretieren lassen...  :)

Vergleichsmessung: Radiacode 102 vs. Radiacode Zero – Draußen, ca. 15 Minuten, Rhein-Main
                   
Beide Geräte wurden gleichzeitig, draußen, an gleicher Position gemessen (~15 min Stabilisierungszeit).

Messwerte im Überblick
Bild 1 – µSv/h-Modus:

|Gerät  |Anzeige      |Fehlerangabe  |
|-------|--------------|--------------|
|RC-102 |**0,08 µSv/h**|±17 %        |
|RC-Zero|**0,17 µSv/h**||

Bild 2 – CPS-Modus:

|Gerät  |Anzeige    |Fehlerangabe  |
|-------|------------|--------------|
|RC-102 |**6,49 CPS**|±4,8 %        |
|RC-Zero|**1,24 CPS**||

Technische Analyse
1. CPS-Diskrepanz: Warum so viel weniger beim Zero?
Der Radiacode Zero verwendet einen Plastik-Szintillator kombiniert mit einem SiPM. Der RC-102 dagegen setzt auf CsI(Tl) mit einer Empfindlichkeit von 30 CPS = 1 µSv/h (für Cs-137).

Das erklärt den großen CPS-Unterschied (6,49 vs. 1,24): Plastik-Szintillatoren bestehen aus leichten Elementen (C, H) und interagieren mit Gammastrahlung hauptsächlich über Compton-Streuung – ohne den effizienten Photoeffekt, der bei CsI(Tl) durch das schwere Jod dominiert. Resultat: weit weniger Counts pro µSv/h beim Zero als beim RC-102. Das ist konstruktionsbedingt, kein Fehler.

2. µSv/h-Diskrepanz: Faktor ~2 zwischen den Geräten
Hier liegt die eigentliche Auffälligkeit. Der RC-Zero zeigt 0,17 µSv/h, der RC-102 0,08 µSv/h – also etwa doppelt so viel.
Mögliche Ursachen:
    •    Gewebsäquivalenz des Plastikszintillators: Radiacode gibt an, dass der Plastik-Szintillator gewebsäquivalent ist und direkte Dosismessungen liefert.  Das bedeutet, er reagiert anders auf das natürliche Strahlenspektrum als CsI(Tl), insbesondere auf Beta-Strahlung und niederenergetische Gammastrahlung (Radon-Töchter wie Pb-214, Bi-214), die der RC-102 teilweise herausfiltert. Der Zero könnte Beta-Anteile miterfassen, die der RC-102 ignoriert.
    •    Kalibrierungsprinzip: Der Zero wurde für Extremsituationen entwickelt, in denen Strahlungsniveaus den Hintergrund um Größenordnungen übersteigen können.  Ob die Kalibrierung im sub-µSv/h-Bereich auf gleichem Niveau wie beim RC-102 liegt, ist aus den Herstellerunterlagen nicht eindeutig ersichtlich – das wäre ein wichtiger Vorbehalt.
    •    Statistische Unsicherheit beim Zero: 1,24 CPS ist eine sehr niedrige Zählrate für ein auf Hochdosis optimiertes Gerät. Bei dieser Rate ist die relative Poisson-Unsicherheit hoch (~28 % für 16 Ereignisse pro 10 Sek.). Die angezeigte µSv/h-Zahl im niedrigen Hintergrundbereich ist daher weniger präzise.

3. Fehlerangaben: ±17 % vs. ±4,8 %
Dass der RC-102 im µSv/h-Modus ±17 % zeigt, aber im CPS-Modus nur ±4,8 %, ist kein Widerspruch – es liegt an unterschiedlichen Mittelungsalgorithmen. Die µSv/h-Berechnung aus dem Spektrum braucht längere Integrationszeit für statistische Stabilität; kurzfristig ist die reine Zählrate stabiler. Beide Werte sind plausibel und kein Anzeichen für ein Problem.

Vergleich mit dem BfS-ODL-Messnetz (Frankfurt)
Eine Dosisleistung von 0,1 µSv/h entspricht einer typischerweise gemessenen natürlichen Dosisleistung, die zu einer Gesamtdosis von ca. 1 Millisievert pro Jahr führen würde.
Die Ortsdosisleistung ist an einem Ort weitgehend konstant; kurzfristig können jedoch insbesondere Regen, Schnee und Wind Einfluss auf die Messdaten nehmen.
Für Frankfurt am Main / Rhein-Main sind typische ODL-Werte 0,07–0,11 µSv/h (die genauen Tageswerte sind über https://odlinfo.bfs.de jederzeit abrufbar). Damit eingeordnet:



|Gerät  |Wert      |Einordnung                                                    |
|-------|----------|---------------------------------------------------------------|
|RC-102 |0,08 µSv/h|✅ Völlig normal – unteres Ende des Frankfurter Referenzbereichs|
|RC-Zero|0,17 µSv/h|⚠️ Leicht erhöht gegenüber ODL-Referenz – aber erklärbar (s.o.) |

Der RC-102-Wert ist plausibel und im Einklang mit dem BfS-ODL-Netz. Der RC-Zero-Wert liegt außerhalb des ODL-Normalbereichs – dies ist jedoch wahrscheinlich kein Messfehler, sondern Ausdruck der anderen Detektorphysik (Beta-Sensitivität, Kalibrierungscharakteristik).

Was meint ihr dazu?

Das letzte Bild ist mit "Energiekompensation-Light" bei mir im Haus. Da nähern sich die Werte.

P.S. Mir ist auch aufgefallen, dass mein 102 seit dem Firmware Update auf 4.14 noch konservativer misst. Mit der vorherigen Firmware hatte ich immer um 0,12 mikrosievert. Oder ich täusche mich und die Wetterlage macht den Unterschied.

Ich lese mich gerade ein... Hab alle drei Bücher ,,Man nehme einen Geigerzähler" ergattert. Wobei Band drei fast ausreicht.

Gruß!
#42
Termine und Veranstaltungen / Aw: 27.06.2026 Tag der offenen...
Letzter Beitrag von DG0MG - 01. Mai 2026, 10:41
Zitat von: Radiohörer am 01. Mai 2026, 10:25wäre am 25.06. abends die Lange Nacht der Wissenschaften

Ich lese da den 26.6., also den Freitag raus?
#43
Termine und Veranstaltungen / Aw: 27.06.2026 Tag der offenen...
Letzter Beitrag von Radiohörer - 01. Mai 2026, 10:25
...falls Ihr sowieso in der Gegend seid, wie ich, wäre am (edit) 26.06. abends die Lange Nacht der Wissenschaften: https://www.wissenschaftsnacht-dresden.de/ueber-die-lndw
mit 3 Führungen zum Ausbildungskernreaktor AKR-2:
https://www.wissenschaftsnacht-dresden.de/programm/detailansicht/der-ausbildungskernreaktor-akr-2-in-lehre-und-forschung-14678
edit --> Steffen hat Recht...
#44
Hallo,

mit InterSpec war es recht einfach die Koeffizienten für den RadiaCode neu zu bestimmen. Dazu müssen allerdings die Daten aus der RadiaCode-Software exportiert und in InterSpec importiert werden.

In die, aus der RadiaCode-Software, exportierten xml-Dateien kann man auch mit dem Editor reinschauen und die Koeffizienten lassen sich so auch finden.

Beim experimentieren mit verschiedenen Koeffizienten entstand bei mir der Eindruck, das die Werte der "DataPoint"s unabhängig von den Koeffizienten sind, also von der Hardware in die Chanels/Slots/Bins einsortiert werden. Die Koeffizienten legen also "nur" die Skalierung der Achsen für die grafische Darstellung im Spektrum fest.

Ich hatte bei meinen Versuchen aber nur die Spektren im Blick, hab mir also die Auswirkung auf die Anzeigewerte nicht angeschaut.

Ich hab ein 103G.

Gruß Andreas
#45
Wenn Du das Gerät nicht zur Identifizierung von (exotischen) Radionukliden nutzt, ist eine nachträgliche Energiekalibrierung vermutlich nie notwendig. Wobei es nicht schaden kann, sich damit zu beschäftigen und entsprechende Kalibrierpräparate anzuschaffen. Da gibt es im Forum schon genügend Beispiele, von Th-232 bis Ra-226, was sich in zahlreichen Vintage-Gegenständen oder auch Mineralien findet.
#46
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Röhren
Letzter Beitrag von Lennart - 01. Mai 2026, 00:04
Ich habe mir neulich eine ATR-Radarröhre der "English Electric Valve Company" gekauft, heute unter dem Namen "Teledyne e2v" bekannt. An der Röhre konnte ich bisher nichts messen, aber der Kaufgrund war hauptsächlich die beiliegende Dokumentation. Dort sind einige Absätze recht interessant, auch in Bezug auf BeO-Keramiken.

Hier mal die Sicherheitshinweise, Stand August 1979

Edit: die wichtigen Infos sind auf Seite 2...
#47
Ich will es ja gar nicht Kalibrieren. Ich will nur wissen pb ich es irgendwie mal tun muss nach Zeitraum X. Die liebe KI hat mir aber auch schon gesagt, dass ich normalerweise nicht Kalibrieren muss.
#48
Gerne. So krass wie im Beispiel werden die Werte wohl niemals abdriften, aber eine leichte Abweichung über längere Zeiträume (Monate, Jahre) ist normal. Das Modell 103G soll diesbezüglich stabiler sein, was für mich aber trotzdem kein Kaufgrund gegenüber einem RC-110 wäre, auch nicht unter Berücksichtigung der etwas besseren Halbwertsbreite.

Starke Erschütterungen und Stöße sollte man auf jeden Fall vermeiden, vermutlich auch extreme Temperaturen und Temperaturschwankungen. Der Schwachpunkt ist wohl hauptsächlich die Kopplung zwischen SiPM und Kristall.

Warum willst Du das Gerät überhaupt kalibrieren? Bei meinen 3 Geräten passte die Werkskalibrierung ausreichend gut.
#49
Danke Lennart, für Deine erklärenden Worte. Mich hatte das jetzt noch etwas mehr verunsichert. Noch nutze meinen 102 ab und zu mal. Ab wann ,,driften" denn die Werte so das ich Kalibrieren muss? Oder was ist der Trigger? Zeit? Abnutzung? Das ist mir nicht klar. Ich glaube selbst kalibrieren bekomme ich nicht hin. Einfach mal auf ,,Werkseinstellungen" zurückgehen?

Gruß
#50
Software / Aw: Rad Pro : quelloffene Alte...
Letzter Beitrag von Pinin - 30. April 2026, 21:43
Die Gamma-Messstationen des Bundesamt für Strahlenschutz dienen mir lediglich als grober Anhaltspunkt (0,11 µSv/h).
Ich bin zwar noch Anfänger, kenne mich inzwischen aber recht gut mit dem GC-01 aus, insbesondere was Installation, Einstellungen, Messverhalten betrifft.
Mittlerweile so gut, dass Gissio einen meiner Installationstipps in seine Anleitung aufgenommen hat.
Die aktuelle originale FNIRSI-Firmware 1.8 ist meiner Erfahrung nach am genauesten, was die Hintergrundstrahlung betrifft.
Auch die aus älteren Versionen bekannten Ungenauigkeiten oder Sprünge konnte ich nicht feststellen. Im Grunde entspricht sie damit der alten Rad Pro 3.0.2.

Zu den Einstellungen an meinem Gerät:
- Rad Pro 3.0.2: Es wurde ausschließlich die Röhre M4011 angepasst, alle anderen Einstellungen sind auf Werkseinstellung geblieben
- Rad Pro 3.1.1: Ebenfalls nur die Röhre M4011 angepasst, der Rest unverändert auf Werkseinstellung
- Originale FNIRSI-Firmware 1.8 ist idiotensicher, bietet keine Möglichkeit für röhrenspezifische Anpassungen

Inzwischen habe ich die gesamte Bergstraße von Heidelberg bis Darmstadt vermessen (mit Rucksack und Blechdose auf dem Rennrad).
Dabei liefern nur die ältere Rad Pro 3.0.2 sowie die originale FNIRSI-Firmware 1.8 zuverlässige niedrige Werte für die Hintergrundstrahlung.
Die Tests habe ich innerhalb eines Testdreiecks mit mehreren Vergleichs Sonden durchgeführt, jeweils über eine Stunde.
Nach jedem Durchlauf wurde eine andere Firmware aufgespielt, gemessen wurde immer mit demselben Gerät (meinem GC-01).
Mittlerweile muss ich nicht einmal mehr auf die installierte Versionsnummer schauen.
Bereits nach etwa einer Minute erkenne ich anhand eines Durchschnittswerts von über 0,2xx µSv/h, dass die aktuelle Rad Pro 3.1.1 läuft.

Warum ist die Hintergrundstrahlung deutlich höher, sobald ich von der originalen Firmware bzw. Rad Pro 3.0.2 auf die neue Rad Pro 3.1.1 wechsle?