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#41
Tschechien (CZ) / Aw: Abertamy (Abertham) / Karl...
Letzter Beitrag von Lennart - 18. Mai 2026, 15:58
Durch die Abtragung von "Uranhalden" zur Schottergewinnung landet gelegentlich Uranerz auf Waldwegen, oder unter dem Straßenbelag. Das war damals sehr verbreitet, als man das Material radiologisch mit Sicherheit nicht untersucht hat, siehe "Wismutschotter".

Nun war hier mal die Rede von den Tschechen, bei denen das Material heutzutage sehr wohl untersucht und freigemessen wird. Sicher gibt es keine Möglichkeit, eine Verunreinigung mit kleinen Krümeln von Pechblende komplett auszuschließen. Man sollte aber meinen, dass das zumindest eine Beimischung von Reicherzbrocken verhindern sollte.


Gestern war ich erneut beim Uranschacht "Abertamy Ost" unterwegs. Der Waldweg ist teilweise asphaltiert, aber in relativ schlechtem Zustand. Seitlich hat man nun, vermutlich um ein Abrutschen zu verhindern, an einigen Stellen Schotter aufgeschüttet. Der Schotter ist nicht sonderlich fein und sah mineralogisch recht interessant aus. Er kam mir regelrecht bekannt vor  ;D

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Grundsätzlich gibt es auf dem Weg einige Hotspots, auch unterhalb der Asphaltdecke. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, schließlich wird der Weg schon zur Zeit des Uranbergbaus existiert haben. Merklich radioaktiv waren aber auch Bestandteile des neuen Schotters.

An einer Stelle waren die Messwerte sogar so massiv erhöht, dass ich gar nicht anders konnte, als dort etwas herumzuwühlen. Tatsächlich handelte es sich um einen Reicherzbrocken. Die Art von Reicherz, die man in Jáchymov und Umgebung kaum noch finden kann.

Zur Herkunft des Schotters sei gesagt, dass die Optik stark für die Barbora-Halde spricht. Eine andere Herkunft würde auch wirtschaftlich kaum Sinn ergeben, schließlich ist die dortige Schottergewinnung nur 1,4 km entfernt.
#42
Tschechien (CZ) / Aw: Exkursion nach Jachymov
Letzter Beitrag von Janni - 18. Mai 2026, 15:46
Moin Lennart,

ich hatte damals mit dem Radiacode auch ein Spektrum genau an der Stelle gemacht und es sah genauso komisch aus wie deins (da ist auch ein Foto ganz viele Seiten weiter vorne). Da gab es auch ganz viele Erklärungen, aber so ganz hundertprozentig hatte sich das nicht geklärt, glaub ich.  :unknw:

Mein Mann und ich wollen da dieses Jahr im September auch mal wieder hin. Vielleicht nehme ich mal etwas Erde mit und messe das mit dem HPGe Detektor, der funktioniert jetzt ja wieder.  ;D

Was ist denn eigentlich eine DU-Kontamination?

Das Marie Curie Denkmal ist aber schön geworden, beim letzten Mal als ich da war sah es auch schon etwas heruntergekommen aus.

Zum Glück haben sie die Kontamination nicht weggemacht, wir brauchen doch unseren Spielplatz.  :D
#43
Tschechien (CZ) / Aw: Exkursion nach Jachymov
Letzter Beitrag von Lennart - 18. Mai 2026, 15:26
Das Marie-Curie-Denkmal in Jáchymov hat man teilweise umgestaltet.

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Jetzt könnte man denken: "Ganz sicher hat man die Kontamination entfernt..."

NEIN! Hat man nicht...   :)

Zwei Dinge sind mir zusätzlich aufgefallen:

Der RadiaCode-110 zeigt, trotz Silikonhülle, Laubschicht und Ästen auf dem Boden, ungefähr den doppelten Wert an, den man an diesem Punkt eigentlich erwarten würde. Ich habe auch den Anfang dieses Threads erneut durchgelesen. Für die energiekompensierten Geigerzähler bewegt sich der Höchstwert bei ca. 10-12 µSv/h, bei meinem RadEye SPRD-GN sind es auch ca. 12 µSv/h. Nun sind wenige µSv/h mehr oder weniger nichts, was mich großartig interessieren würde. Aber gleich 100% mehr ist schon eine Ansage. Schwer vorstellbar, dass das an einem Einfluss von Betastrahlung liegt. Was meint Ihr?

Punkt Nr. 2 ist das Gammaspektrum, bzw. die genaue Art der Kontamination. Auch dies wurde bereits eingangs im Thread besprochen, jedoch ohne endgültiges Ergebnis. Nun konnte ich es mir nicht nehmen lassen, mal den SPRD-GN zur Identifikation auf die besagte Stelle zu legen. Am Punkt mit der höchsten Impulsrate von ca. 6 kCPS identifiziert er... nichts. Wobei die Impulsrate vermutlich bereits über der Spezifikation für ein ordentliches Spektrum liegt. Ich glaube die empfohlene Grenze war bei 5 kCPS. Also habe ich mich etwas weiter entfernt und erneut ein Spektrum aufgezeichnet. Nun wurde Ra-226 identifiziert, jedoch nur mit vergleichsweise geringer Sicherheit und hauptsächlich basierend auf dem 609 keV Peak, der jedoch eine ziemliche Abweichung hatte und eher bei ~ 585 keV lag.

Nun weiß ich aber, dass die Peaks bei dem Gerät nur eine sehr geringe Abweichung vom Sollwert haben. Ich weiß zwar nicht, wie Thermo das bei einer Energiekalibrierung mit Lu-176 hinbekommt, aber es ist so. Also habe ich eben ein Ra-226 Referenzspektrum aufgezeichnet und wie nicht anders erwartet, liegt der Peak bei 610 keV.

Das einzig relevante Nuklid mit einem Peak bei ca. 583 keV wäre Tl-208, aus der Th-Reihe.

Wenn es sich wirklich um eine DU-Kontamination handelt, sollte das Gerät doch U-238 anhand der Pa-234 Gammapeaks identifizieren können. Es geht hier ja nicht nur um einen winzigen Krümel Uranglas.

Hat dazu jemand weitere Ideen?
#44
Szintillatoren / Aw: SiPM basiertes Gammaspektr...
Letzter Beitrag von Janni - 18. Mai 2026, 14:20
Hallo Rainer, die Spektren sehen schön aus! Und es ist ein schönes kleines handliches Eigenbauprojekt, das hat auf jeden Fall Vorteile.  :)  :good3:
#45
Ja, der blaue Elko war da aber auch nicht original drin. Den hatte ich schon mal irgendwann ausgetauscht, ursprünglich war da an der Stelle auch ein Tantalkondensator, der war aber aus irgendeinem Grund gebrochen. Allerdings war der blaue Elko auch damals schon alt, den hatte ich gerade zufällig noch rumliegen, keine Ahnung wo der herkam. Der passte halt gerade mit der Kapazität, und damals stimmte die auch noch.

Entweder der hat jetzt einen Schaden bekommen, als der Tantalkondensator genau daneben explodiert ist, oder der ist einfach durchs Alter auch kaputt gegangen...  :unknw:   >:(

Ist ja auch nicht ganz optimal, so einen alten Elko einzubauen mit unbekannter Herkunft. Aber wie das halt so ist, den hatte ich gerade und dann lief es ja auch erstmal ein paar Jahre damit...  :D

Sonst sind da original aber fast nur Tantalkondensatoren verbaut. Ich hatte vorgestern auch die Abdeckung von der Preamp Platine direkt am Messkopf abgemacht und da sind auch noch ganz viel Tantals.  :o  8)
#46
Deutsche Strahlungsmessgeräte (BRD) / Aw: AUTOMESS 6150 AD
Letzter Beitrag von ALARA - 18. Mai 2026, 11:27
Zitat von: tost am 18. Mai 2026, 10:39Hi Norbert und Alara,
das entspricht leider nicht ganz dem, was Alara sucht. Unser Lautsprecherzusatz ist im Grunde ein Frequenzteiler, das heißt: Nach einer bestimmten Anzahl von Impulsen wird ein ,,Klack" ausgegeben.
Gesucht ist jedoch ein Ton, dessen Frequenz mit der Impulsrate ansteigt. So etwas haben wir nicht im Programm.
Damit bleibt vermutlich nur ein Selbstbau, denn damit die Umsetzung sinnvoll funktioniert und nicht wie ein R2D2 vor sich hin piept, braucht es zusätzlich eine Mittelung. Eventuell ließe sich das auch analog lösen: mit einer Diode, einem Kondensator zum ,,Sammeln", einem Entladewiderstand und einem V/F‑Konverter.
Aber ohne Garantie! ;)
Wenn hingegen ein erkennbar häufigeres ,,Kackern" bei steigender Dosisleistung ausreichend wäre, dann wäre unser Adapter durchaus eine Option.

Viele Grüße
Tobia

Danke dir Tobias,
ich würde die Pulse tatsächlich gerne direkt woanders einlesen und dann nach Belieben weiter digital verarbeiten. Wofür genau, ist erst einmal egal. Bei mir wären es eben Zufallszahlen (special interest) oder eine verbesserte Methode, diese wahrlich angenehm hohen Pulsraten der Szintillatorsonde besser bei der Suche nutzen zu können.

Viele Grüße
Jonas
#47
Zitat von: DL8BCN am 17. Mai 2026, 19:35Inzwischen bin ich etwas skeptisch, was den Kanal von Radioactive Drew angeht.
Hier beim letzten Video:
https://youtu.be/60v2OEJ859w?is=sDc-I5u04i6gp09W geht es am Anfang um einen 3-D Drucker, den er gesponsert bekommen hat.
Das hat nichts mit Radioaktivität zu tun, obwohl so ein Teil sehr nützlich sein kann.( Nicht für Totenschädel :D ).
Dann fährt er eine Straße entlang und bekommt etwas erhöhte Messwerte auf seinem RadEye B20.
Er sagt aber daß er keine Ahnung hat, was den Anstieg verursacht.Anstatt ein Spektrum mit seinen RadiaCode Geräten aufzunehmen, die er ebenfalls gesponsert bekommen hat.
Ich habe das Video nicht bis zu Ende gesehen, aber vielleicht wird es später noch interessanter mit radioaktiven Wasserquellen.
Aber wie immer schöner blauer Himmel und gute Naturaufnahmen. Auch mit Drohne.

Sponsoring ist toll, aber das möchte ich in Zukunft vermeiden. Wenn nötig, oder besser noch, werde ich weiterhin Raysid oder Automess verwenden, egal von wem ich kostenlose Sachen bekomme.

EDIT: Versteh mich nicht falsch, ich liebe RC-Produkte und es macht mir Spaß, Inhalte mit und für sie zu erstellen, aber manchmal mag ich auch andere Dinge und muss sie auch verwenden :)
#48
Deutsche Strahlungsmessgeräte (BRD) / Aw: AUTOMESS 6150 AD
Letzter Beitrag von tost - 18. Mai 2026, 10:39
Hi Norbert und Alara,
das entspricht leider nicht ganz dem, was Alara sucht. Unser Lautsprecherzusatz ist im Grunde ein Frequenzteiler, das heißt: Nach einer bestimmten Anzahl von Impulsen wird ein ,,Klack" ausgegeben.
Gesucht ist jedoch ein Ton, dessen Frequenz mit der Impulsrate ansteigt. So etwas haben wir nicht im Programm.
Damit bleibt vermutlich nur ein Selbstbau, denn damit die Umsetzung sinnvoll funktioniert und nicht wie ein R2D2 vor sich hin piept, braucht es zusätzlich eine Mittelung. Eventuell ließe sich das auch analog lösen: mit einer Diode, einem Kondensator zum ,,Sammeln", einem Entladewiderstand und einem V/F‑Konverter.
Aber ohne Garantie! ;)
Wenn hingegen ein erkennbar häufigeres ,,Kackern" bei steigender Dosisleistung ausreichend wäre, dann wäre unser Adapter durchaus eine Option.

Viele Grüße
Tobia
#49
Deutsche Strahlungsmessgeräte (BRD) / Aw: AUTOMESS 6150 AD
Letzter Beitrag von NoLi - 18. Mai 2026, 10:08
Zitat von: ALARA am 17. Mai 2026, 22:37Danke! Mal schauen, was ich so hinbekomme. Schön wäre auch noch eine Signalumsetzung Pulsrate --> Tonfrequenz. Ich hätte gerne für die Szintillatorsonde einen Suchmodus wie in den Radeye PRDs. Je mehr Pulse/Zeit, desto höher wird ein Summton.
Dies gibt es von AUTOMESS als kleines Zusatzkästchen, welches am Szintillatorgehäuse zwischen Gehäuse und Spiralkabel eingesteckt werden kann und zählratenabhängige sirenenartige Signale von sich gibt.

Zitat aus https://www.automess.de/assets/documents/de/Prospekt_ADb_D.pdf:

"Lautsprecherzusätze (optionales Zubehör)
Die Szintillatorsonde liefert schon bei natürlicher
Umgebungsstrahlung mehr Impulse als der Piezo-Laut-
sprecher des 6150AD wiedergeben kann. Daher gibt es
zwei Lautsprecherzusätze zur akustischen Darstellung
der Dosisleistungsanzeige:
826.1.6: Dieser Lautsprecherzusatz enthält einen
eigenen Lautsprecher.
"

Norbert
#50
Hallo Janni,

Zitat von: Janni am 17. Mai 2026, 18:59Ich glaub die haben am meisten auszustehen, die kriegen ja erstmal den schnellen Anstieg der Spannung beim Einschalten ab. Und sie explodieren immer direkt beim Einschalten oder ein paar Minuten später. Ich denke, es ist zumindest eine Maßname, um schon mal den gröbsten Problemen vorzubeugen.
...wie Du ja schon bemerkt hast, ist auch der blaue Elko außerhalb der Spec: Du solltest mMn, ich bin auch gerade drüber, auch alle Elkos entweder vorher messen oder einfach alle präventiv austauschen. Unsere NIM-Module haben alle >30a auf dem Buckel. Damals war die Technik noch nicht so weit. Heute sind wir weiter und meist bekommst Du in der gleichen Baugröße höher kapazitive und, wichtiger!, für höhere Temperaturen ausgelegte Elkos. Spare da nicht, sonst musst Du u.U. in ein paar Jahren noch mal ran.
Ist ne absolute Scheißarbeit >:(
Du kannst Dir die Arbeit wesentlich erleichtern, wenn Du Dir eine Entlötstation mit Pumpe besorgst.
Und mMn genau so wichtig: Kolophonium in Spititus o. Ethanol gelößt mit einem kleinen Pinsel und gutes 1 + 0,5 mm 60/40 Lötzinn.
Ich verzinne vor dem Auslöten erst mal die betroffenen Pins, dann läßt sich das Lötzinn leichter absaugen.
Toi, toi, toi!!!

Ein Leidensgenosse ;)