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#41
Zitat von: NoLi am 05. August 2026, 21:39
Zitat von: miles_teg am 05. August 2026, 18:07...
Vom Prinzip "wo kein Kläger, da kein Richter" mal abgesehen: Betrifft das Personen die unwissentlich/ungewollt >1 mSv/a erhalten? Oder prinzipiell alle Bürger? Denn auch auf die Gefahr mich zu wiederholen: solange keine Fremdgefährdung besteht, sollte ich als mündiger Bürger selbst entscheiden können welchen Risiken ich mich aussetze.

Der 1 mSv/a-Grenzwert gilt für Besitzer und Umfeld, also für alle nicht beruflich strahlenexponierten Bürger, und ist im StrlSchG und der StrlSchV festgelegt. Laut StrlSchG darf unter Umständen bei Gegenständen sogar ein Grenzwert von 10 µSv/a nicht überschritten werden, auch bei natürlich radioaktiven Materialien bzw. Produkten mit natürlich radioaktiven Bestandteilen.
Einzige Ausnahme ist, wenn diese Mineralien/Gegenstände zu Ausbildungszwecke verwendet werden...hier gilt laut StrlSchV ein Grenzwert von 1 µSv/h in 0,1 m Abstand.

Norbert
Disclaimer: Weiteres off-topic, wenn als unpassend empfunden, gerne abtrennen.

Danke, ich habe mich jetzt auch mal durch die StrlSchG/StrlSchV gequält. Ich möchte vorweg sagen, das ich das keineswegs antagonistisch verstanden wissen will. Aber ich persönlich schätze die individuelle Entscheidungsfreiheit sehr und kann einem Daddy-Staat (der ja eigentlich viel eher ein Mutti-Staat zu werden scheint) wenig abgewinnen.

Zitat§80 StrlSchG
Gesetz zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (Strahlenschutzgesetz - StrlSchG)
§ 80 Grenzwerte für die Exposition der Bevölkerung
(1) Für Einzelpersonen der Bevölkerung beträgt der Grenzwert der Summe der effektiven Dosen 1 Millisievert im Kalenderjahr durch Expositionen aus

1.    genehmigungs- oder anzeigebedürftigen Tätigkeiten nach diesem Gesetz oder dem Atomgesetz,
2.    der staatlichen Verwahrung von Kernbrennstoffen nach § 5 Absatz 3 Satz 1 des Atomgesetzes,
3.    der planfeststellungsbedürftigen Errichtung, dem planfeststellungsbedürftigen Betrieb oder der planfeststellungsbedürftigen Stilllegung der in § 9a Absatz 3 des Atomgesetzes genannten Anlagen des Bundes und
4.    dem Aufsuchen, Gewinnen oder Aufbereiten von radioaktiven Bodenschätzen, wenn dies der Betriebsplanpflicht nach § 51 des Bundesberggesetzes unterliegt.

(2) Der Grenzwert der Summe der Organ-Äquivalentdosen für Einzelpersonen der Bevölkerung beträgt

1.    für die Augenlinse 15 Millisievert im Kalenderjahr und
2.    für die lokale Hautdosis 50 Millisievert im Kalenderjahr.

(3) Expositionen auf Grund nichtmedizinischer Anwendung nach § 83 Absatz 1 Nummer 2 werden bei den Grenzwerten für Einzelpersonen der Bevölkerung nicht berücksichtigt.

(4) Die zuständige Behörde hat darauf hinzuwirken, dass bei mehreren zu betrachtenden genehmigungs- oder anzeigebedürftigen Tätigkeiten die in den Absätzen 1 und 2 genannten Grenzwerte insgesamt eingehalten werden.
Fußnote

(+++ § 80: zur Anwendung vgl. § 212 Abs. 2 +++)

Hieraus ergibt sich für mich, speziell aus (1) 1-4 und (4) keine Begrenzung der individuellen Dosis im Privatbereich. Worum es hier geht, ist der Schutz der Bevölkerung vor anthropogen-verursachter Strahlenbelastung bzw. genehmigungs- oder anzeigebedürftigen Tätigkeiten.
Dadurch glaube ich zu sehen, woher die Interpretation der 1 mSv/a Regel kommt. Da die meisten Quellen signifikanter Dosen genehmigungspflichtig sind, nimmt man an das alle andere natürliche Exposition unter diesem Wert bleiben sollte.
Daher folgt aber auch (für mich): Sollte ich keine Gesetze verletzen (Freigrenze, spezifische Aktivität, Röntgenexperimente etc.) bleibt es bei meiner Ansicht, mir jegliche Dosis zu erlauben, die ich als genehm betrachte. Das ist meine individuelle Freiheit. Als Beispiel sei hier genannt: extensive Transkontinentalflüge, Langzeitaufenthalt in HBRA (high-background radiation areas) bzw. Exposition außerhalb des deutschen Hoheitsgebiets. Um es mal auf die Spitze zu treiben: Ich könnte sogar meine Matratze mit maximalen Aktivität eines Nuklids knapp unterhalb der Freigrenze imprägnieren.
Und in den als Radon-Vorsorgegebieten überlässt man es m.E. ja auch den Individuen für die eigene "Sicherheit" zu sorgen.
#42
Ich hatte mal jemanden, der auf der HAM-Radio in Friedrichshafen zum AATiS-Stand kam und sich von mir den Geigerzähler geben ließ. Als er sich den dann an den Hals gehalten hat, waren wir erst einmal alle erschrocken. Er war am Tag zuvor zur Szintigraphie.
#43
Zitat von: DL3HRT am Gestern um 07:40Dann stell dich an der Uniklinik in Leipzig vor den Ausgang der Nuklearmedizin und warte ein wenig.

Das ist ja nicht eine zufällige Entdeckung in freier Wildbahn sondern eine komplett kontrollierte Situation. Es geht schon um eine Messung in einer Menschenmenge, wie ja hier Thema.
#44
Zitat von: DG0MG am 05. August 2026, 22:45Ich versuche seit Jahren, so einen Menschen mal in freier Wildbahn zu finden. Ist mir noch nie gelungen.
Dann stell dich an der Uniklinik in Leipzig vor den Ausgang der Nuklearmedizin und warte ein wenig. Eine Messzeit von weniger als 30 Sekunden reicht aus um ein Spektrum zu schreiben und das Nuklid zu identifizieren.

Nach der Injektion des radioaktiven Tracers muss in der Regel eine gewisse Zeit bis zur Diagnostik gewartet werden. Das können durchaus 2-3 Stunden sein. Der Aufenthalt im öffentlichen Wartezimmer ist nicht gestattet. Man kann aber nach draußen oder zum Stadtbummel gehen und dort machen, was man will. Es wurde so erklärt, dass die Grenzwerte überschritten werden können, wenn sich mehrere Patienten gleichzeitig im Wartezimmer befinden. Ein Patient im öffentlichen Gedränge ist wohl nicht so schlimm...
#45
Du hast Recht, was handschriftliche Seriennummern betrifft, so waren die Russen gut im Geschäft.

Der Sinn des breiteren Gehäuses erschließt sich mir nicht. Im ersten Moment dachte ich, dass vielleicht ein zweites Zählrohr eingebaut ist.

Die Praxis, verschiedene Gerätevarianten unter dem selben Namen anzubieten, ist manchmal schon verwirrend...
#46
Zur Original Software (nur kurz getestet) und wie man sie kalibriert, kann ich dir nichts sagen. Solche Werte haben meine beiden unter Rad Pro oder Original 1.8 noch nie angezeigt, auch nicht auf längeren Tagestouren. Der höchste Wert, den ich bisher hatte, war bei einem Antiquitätenhändler an einer Uhr mit Leuchtschrift. (Falls dein Text eine Anspielung war, schreibt bitte einfach, wenn ich Blödsinn erzähle, da ich dich nicht kenne)

Lage Röhre, Bild zum besseren Verständnis:
 Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.
#47
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: St. Ingbert – radioaktives...
Letzter Beitrag von DG0MG - 05. August 2026, 23:13
https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/saar-pfalz-kreis/sanktingbert/hintergruende-zum-grosseinsatz-der-polizei-in-st-ingbert_aid-152631373
https://archive.is/KkyXj

"Laut Heinrich habe die Polizei ,,wenige Tage vorab" einen Hinweis aus dem ,,unmittelbaren Umfeld" eines 24-Jährigen erhalten, wonach dieser in seiner Wohnung radioaktive Mineralien nicht nur lagern, sondern auch schleifen, zerkleinern, verarbeiten – und auch verkaufen wollte."

"Es handelt sich bei ihm laut Heinrich um einen Social-Media-Influencer aus einer Gruppe von Leuten, die sich für alte Grubenanlagen und Steinbrüche in ganz Europa interessieren, dorthin reisen und vor allem ein Augenmerk auf belastetes Gestein legen."
#48
Zitat von: NoLi am 05. August 2026, 22:18Dabei kam es dreimal zu Dosisleistungsgrenzwertüberschreitungen (= 1 µSv/h) mit einer numerischen Maximalwertabspeicherung von 2,51 µSv/h. Auch in der graphischen Darstellung waren die Dosisleistungspeaks eindeutig erkennbar.

Das kommt mir ebenfalls spanisch vor. Sofern nicht eine Person mehrmals an Dir vorbeigelaufen ist, halte ich den Kontakt mit drei "wandelnden Strahlenquellen" an einem Tag für unwahrscheinlich, wenn auch nicht unmöglich. Da sieht man auch das hauptsächliche Problem mit diesen Geräten. Man kann sich nie vollkommen darauf verlassen und deshalb sind die Werte nicht belastbar. Wärst Du mit einem Automess unterwegs gewesen, würde die Werte niemand anzweifeln.

#49
Zitat von: NoLi am 05. August 2026, 22:18Ursache waren "wandelnde Strahlenquellen", also höchstwahrscheinlich nuklearmedizinisch behandelte Personen.

Ich versuche seit Jahren, so einen Menschen mal in freier Wildbahn zu finden. Ist mir noch nie gelungen.
Du solltest schon mal gezielt die elektromagnetische Empfindlichkeit testen, insbesondere zuerst ggü. Deinem eigenen Handy.
#50
Chinesische Strahlungsmessgeräte (CN) / Aw: China-Geigerzähler FNIRSI ...
Letzter Beitrag von NoLi - 05. August 2026, 22:18
Ich hatte heute meinen neu zugelegten und kalibrierten FNIRSI GC-01 (mit Original-Software) in einem Vergnügungspark dabei. Dabei kam es dreimal zu Dosisleistungsgrenzwertüberschreitungen (= 1 µSv/h) mit einer numerischen Maximalwertabspeicherung von 2,51 µSv/h. Auch in der graphischen Darstellung waren die Dosisleistungspeaks eindeutig erkennbar.
Ursache waren "wandelnde Strahlenquellen", also höchstwahrscheinlich nuklearmedizinisch behandelte Personen. Leider konnten diese Personen nicht eindeutig zugeordnet werden (wäre doch zu auffällig gewesen).

Norbert