Neueste Beiträge

#41
Objekte und Stoffe / Aw: Hohe Luft-Radioaktivitäts-...
Letzter Beitrag von opengeiger.de - 23. Januar 2026, 21:20
Meines Wissens war der hohe Staubgehalt in der Luft unter Tage auch maßgeblich am Auftreten der "Schneeberger Krankeit" bei den Wismut-Kumpels beteiligt. Und es gibt Strahlenschützer, die sich maßlos über die Grenzwerte fürs Radon ärgern, sie sind der Meinung, die sind nur wegen den Rauchern so eng. Es gibt zumindest Studien die sagen, dass die gesundheitlichen Schäden durch Radon um Faktoren steigen, wenn zusätzlich Feinstaub in der Luft ist, also Tabakrauch oder andere Verbrennungsabgase. Wenn man also auf ein gewisses maximales Detriment schaut und die Grenzwerte so einstellt, dass beispielsweise die Inzidenzen fürs Bronchialkarzinom ein gewisses Maß nicht übersteigen, dann zählt man als Geschädigte eigentlich hauptsächlich Raucher. Würden diese Leute nicht Rauchen, kämen wir mit deutlich höheren Grenzwerten aus, so die Aussage.
#42
Strahlenschutz / Aw: Citizen Science Strahlungs...
Letzter Beitrag von NoLi - 23. Januar 2026, 21:10
Für Flugfans hier ein Projekt "A citizen science project for cosmic radiation monitoring
in airplane":

https://asnr.hal.science/hal-04943795v1

Norbert
#43
Strahlenschutz / Aw: Citizen Science Strahlungs...
Letzter Beitrag von NoLi - 23. Januar 2026, 21:02
Hier ein "Citizen Science and Radioactivity" Projekt aus Schweden:

https://www.tandfonline.com/doi/epdf/10.1080/10619127.2019.1603559?needAccess=true

https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10619127.2019.1603559#d1e176  (kann hier mit Google-Übersetzer bearbeitet werden).

Norbert
#44
Objekte und Stoffe / Aw: Hohe Luft-Radioaktivitäts-...
Letzter Beitrag von Radiohörer - 23. Januar 2026, 20:19
Zitat von: Floppyk am 23. Januar 2026, 17:44Man darf mich gerne korrigieren, aber nach meiner Erinnerung darf sich ein Heilstollen erst dann als solchen bezeichnen, wenn in der Raumluft 50.000 Bq/m³ Radon als Minimum gemessen werden.
"Laut Heilbädertag muss die Aktivität im Wasser dabei mindestens 666 Bq / l betragen.
Die Vorgabe für die Inhalationskuren liegt bei mindestens 37.000 Bq / m3 Luft."
aus
aerztezeitung.de/Panorama/Forscher-ergruenden-die-Stollenluft-275252.html

Leider findet sich beim Verein Europäische Radonheilbäder e. V. nur die Liste der Mitglieder und keine Angabe zum Mindest-Radon-Gehalt der Luft.
Bad Gastein wirbt mit 44kBq/m³. Die sozialversicherung.at beschreibt interessante 160 kBq/m3 :o

Zitat von: Floppyk am 23. Januar 2026, 17:44Zudem hat die Stollenluft extrem wenig Feinstaub.
...kann ich bestätigen: kenne zwei Astmatiker, die genau aus dem Grund in Bergwerke und Höhlen gehen --> "endlich mal frei atmen können"
#45
Objekte und Stoffe / Aw: Hohe Luft-Radioaktivitäts-...
Letzter Beitrag von NoLi - 23. Januar 2026, 18:36
Zitat von: Floppyk am 23. Januar 2026, 17:44Man darf mich gerne korrigieren, aber nach meiner Erinnerung darf sich ein Heilstollen erst dann als solchen bezeichnen, wenn in der Raumluft 50.000 Bq/m³ Radon als Minimum gemessen werden. Zudem hat die Stollenluft extrem wenig Feinstaub.
Das Problem ist nicht das Radon-222 an sich, sondern dessen beide Töchter Po-218 und Po-214 (immer Ärger mit den Frauen... ;D ). Diese Tochternuklide sind Alpha-Strahler, binden sich als positiv geladene Ionen an Feinstaub und lagern sich, je nach Feinstaubkonzentrationen, verstärkt in den Bronchien und der Lunge ab und führen hier zu entsprechenden Dosisbelastungen. Daher ist die Strahlendosis auch stark abhängig von der Feinstaubkonzentration der Umgebung, Raucherhaushalte haben hier einen entscheidenden Nachteil.

Norbert
#46
Objekte und Stoffe / Aw: Hohe Luft-Radioaktivitäts-...
Letzter Beitrag von Floppyk - 23. Januar 2026, 17:44
Zitat von: Radiohörer am 23. Januar 2026, 14:05Die 30 Bq/m³ sind ja nicht wirklich die Wucht!
Man darf mich gerne korrigieren, aber nach meiner Erinnerung darf sich ein Heilstollen erst dann als solchen bezeichnen, wenn in der Raumluft 50.000 Bq/m³ Radon als Minimum gemessen werden. Zudem hat die Stollenluft extrem wenig Feinstaub.
#47
Objekte und Stoffe / Aw: Rubidium als Prüfstrahler
Letzter Beitrag von NoLi - 23. Januar 2026, 17:03
Zitat von: opengeiger.de am 23. Januar 2026, 16:31..
Beta-Teilchen werden da vom Gehäuse-Kunststoff des RC-103 bestimmt völlig abgeschirmt.
...
Leider nein, das Gehäuse und die Szint.Umhüllung des RadiaCode reichen bedauerndswerter Weise nicht aus, alle Beta-Teilchen zu absorbieren, vor allem nicht die des Y-90 mit Emax von 2,3 MeV.

Norbert
#48
Objekte und Stoffe / Aw: Rubidium als Prüfstrahler
Letzter Beitrag von opengeiger.de - 23. Januar 2026, 16:31
Ich habe nun auf der Suche nach dem RbCl Bremsstrahlungsspektrum einfach mal etwas größer angefangen und den Sr90 Prüfstrahler des Berthold LB1210B mit dem Radiacode 103 bei den ganz niedrigen Energien angeschaut. Der Sr90 Prüfstrahler war ursprünglich mit 60cps für den LB1210B angegeben, mittlerweile liegt er eher nur noch bei der Hälfte. Aber es ist natürlich schon noch deutlicher als das RbCl.

So wie bei einem GTLS mit Tritium sieht man mit dem RC-103 sehr deutlich ein signifikantes Spektrum. Und ich denke, bei den ganz niederen Energien ist das doch sicher nur die Bremsstrahlung aus dem Strontium. Beta-Teilchen werden da vom Gehäuse-Kunststoff des RC-103 bestimmt völlig abgeschirmt.

Hier mal das Spektrum, mit dem grünen Hintergrund der Bleiabschirmung.
Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Als nächstes versuche ich mich nun nochmals am 5g RbCl Prüfstrahler, den ich gebaut habe.
#49
Objekte und Stoffe / Aw: Hohe Luft-Radioaktivitäts-...
Letzter Beitrag von opengeiger.de - 23. Januar 2026, 16:14
Zitat von: Radiohörer am 23. Januar 2026, 14:05...wäre es da nicht sinnvoller in einem der älteren Häuser in Stuttgart in den Keller oder einem Natursteinkeller am Killesberg zu gehen, um sich nur dem Radon und nicht dem Feinstaub mit den vielen anhaftenden Schadstoffen auszusetzten? Die 30 Bq/m³ sind ja nicht wirklich die Wucht!

Der Killesberg ist ne Lage in Stuttgart, wo man sich als Normalsterblicher keine Immobilie mit Keller leisten kann, ob es im Keller tickt oder nicht. Hotels in dieser Lage gehören auch nicht so zu meinen Empfehlungen. Aber klar, wer sich auskennt, könnte schon nach Keller-Abluftstutzen suchen und schnüffeln gehen. Aber war jetzt ja auch etwas belustigend gemeint. Es gibt aber tatsächlich Menschen die glauben an Homöopathie und da geht's meinem Verständnis nicht um Wirkstoffmengen, die man zu sich nimmt, sondern nur um gewisse Aufenthaltswahrscheinlichkeiten von Wirkstoffquanten in z.B. Globuli. Stimmt doch, oder nicht?

Ja, es ist tatsächlich auch mein Verständnis, Radonvorsorgegebiete resultieren aus integralen Betrachtungen und berücksichtigen die kleinräumigen Vorkommen mit erhöhter Konzentration nicht einzeln. Was die Geologie der U-haltigen Horizonte anbelangt, so sind das am Killesberg die Schichtenfolgen des Mittelkeuper, km2, km3 und km4, welche deutliche Urangehalte aufweisen. Und ja, die Schichten im schwäbischen Schichtstufenland sind von Ost nach West gekippt, wobei die Ostkante die Stuttgarter Bucht mit dem Talkessel der Stadt Stuttgart begrenzt. An der Kante liegt auch der Killesberg. Die Rn-Aktivität sieht man genauso in den Oberfächengewässern der Region Stuttgart z.B. an einigen gefassten Quellen im Wald.

Die Luft-Aktivitätskonzentrationen aus der Kraftwerksfernüberwachung in BW gibts übrigens hier:

https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/radioaktivitaet/luft-aktivitaetskonzentration#karte   
#50
Lebensmittel / Lebensmittelmessung mit Radiac...
Letzter Beitrag von dave_one - 23. Januar 2026, 15:49
Hei alle,
Habe mir für meinen Radiacode den Marinelli Silikonbehälter besorgt. Dieser ist bereits in die Software (App) von Radiacode integriert.

Nachdem wir hier in unserem Wald letztes Jahr kiloweise über Pfifferlinge gestolpert sind, habe ich einige kg davon eingetrocknet. Pfifferlinge sind wilde Pilze, die besonders gern Caesium anreichern, und die Rentierhalter im Norden mussten ja nach Chernobyl zuhauf ihre Herden schlachten. Nicht weit vom Polarkreis entfernt, erwartete ich mir also von einer Messung zumindest einen merkbaren Anstieg.
Da die teilweise -20*C einen gewissen stubenhockenden Effekt mit sich führen, habe ich endlich eine Messung vorgenommen.

Probenmessung laut Vorgabe von Radiacode:

Hintergrundmessung über 96 Stunden.


Marinelli Behälter dicht gepackt mit getrockneten Pilzen. Nettogewicht in die App eingetragen: 14 Gramm.

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Ich habe die Messung nach 8 Stunden gestoppt (nach Passieren von 662keV).

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.
Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.
Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Das Ergebnis ist für mich nicht nachvollziehbar: Das Spektrum der Pilze / die gesamte Zählrate ist NIEDRIGER als der Hintergrund!?
Messort ist an genau gleicher Stelle mit dem gleichen Messgerät, ohne Änderung einer Kalibrierung oder ähnlichem. Sogar das Wetter war gleich (kein besonderer Niederschlag o.ä.).
Das gesamte Spektrum der Pilze erscheint geringer als der Hintergrund zu sein, fast so als ob der Messkopf im Silikonmarinelli von der Hintergrundstrahlung abgeschirmt worden sei, was ja Unfug ist.
Mit unterschiedlichen Teststrahlern habe ich ermittelt, dass sich die Linien deren Isotopen mit den Linien im Spektrum decken. Einen reinen Cs137 Teststrahler habe ich leider nicht, nehme aber nicht an, dass mein Gerät falsch kalibriert ist.

So woran kann das liegen: Ein Messfehler? Zu kurzer Messzeitraum? Zu hohe Hintergrundstrahlung?

Grüsse David :paratrooper: