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#41
Das ist jetzt auch wieder off-topic und wir haben an anderer Stelle schon mal über dieses Thema diskutiert, aber ich kann mir eine Antwort nicht verkneifen.

Zitat von: NoLi am 06. August 2026, 12:58Bist Du keine Einzelperson der Bevölkerung, so wie es in diesem Paragraphen auch benannt ist? :unknw:

Nicht nur den § 80 StrlSchG anschauen, sondern auch den § 4 "Tätigkeit und Tätigkeitsarten", Satz (1), Punkt 10:

Zunächst mal sei als Vorwort gesagt: ich bin kein ausgemachter KI-Fan und habe selbst schon absurde Aussagen gelesen, die Leute durch falsche Fragen an die KI getroffen haben. Häufig nutzen Menschen KI für Fragestellungen, die in Themenbereichen gestellt werden, von denen die Benutzer selbst überhaupt keine Ahnung haben. Ich bin, wie wahrscheinlich viele hier, KEIN Jurist. Deshalb mache ich vielleicht den gleichen Fehler, vor dem ich gerade gewarnt habe. Also die folgenden Ausführungen nicht überbewerten!

Selbst der Rechtsanwalt Christian Solmecke hat jedoch neulich darauf hingewiesen, dass die KI-Modelle für Rechtsfragen gar nicht mal so ungeeignet sind. Seine Kanzlei nutzt selbst spezielle "Jura-KIs" zur Unterstützung.

Folgende Frage habe ich an Gemini im erweiterten Modus gestellt:

"Das deutsche Strahlenschutzgesetz nennt einen Dosisgrenzwert von zusätzlich 1 mSv/a für die allgemeine Bevölkerung. Somit wäre es nach meinem Verständnis unzulässig, Dritte einer zusätzlichen Strahlenbelastung auszusetzen, die diesen Grenzwert überschreitet. Ausnahmen sind z.B. medizinische Untersuchungen oder Therapiemethoden, wobei der genannte Grenzwert scheinbar irrelevant ist. Nun stellt sich die theoretische Frage, ob der Grenzwert von 1 mSv/a auch dann gilt, wenn man sich selbst einer höheren Dosis aussetzt. Natürlich absichtlich, wissentlich und ohne Gefährdung anderer Personen. Außerdem bricht man im Gedankenbeispiel auch sonst keine Gesetze, z.B. Überschreitungen der Freigrenzen für radioaktive Stoffe usw.

Mir ist die Absurdität der Idee durchaus bewusst, sich absichtlich erhöhter Strahlung auszusetzen. Es geht hierbei um eine rein rechtliche Fragestellung.

Also ganz konkret die Frage:
Darf man sich absichtlich, wissentlich und ohne Gefährdung anderer einer Dosis an ionisierender Strahlung aussetzen, die den gesetzlichen Grenzwert von 1 mSv/a übersteigt, wenn man dabei keine anderen Gesetze bricht?
"


Die Antwort ist, mit allen vorher angesprochenen Einschränkungen, ziemlich eindeutig:

"Ja, das darf man."

Auf erneute Nachfrage, wie sicher diese Einschätzung prozentual zu bewerten ist, kam als Reaktion:

"99 % sicher"

"Das verbleibende 1 % Unschärfe liegt rein darin, dass in der Praxis extrem konstruierte Einzelfälle vor Gericht landen könnten, bei denen Richter prüfen würden, ob eine Person überhaupt noch "eigenverantwortlich" und einsichtsfähig handelt (z. B. bei psychischen Störungen, wo unter Umständen Schutzmaßnahmen nach dem Unterbringungsrecht greifen könnten)."


Ich werde ganz bewusst nicht die vollständige Herleitung hier posten, das kann sich jeder selbst anschauen.

Vereinfacht greift hier insbesondere der Grundsatz der "eigenverantwortlichen Selbstgefährdung", abgeleitet aus Art. 2 Abs. 1 des Grundgesetzes. Ich persönlich, als Nicht-Jurist, habe da auch den Fehler in Norberts Herleitung gesehen, auch als wir das Thema irgendwann schon mal besprochen hatten. Es ist zwar richtig, alle Absätze des Strahlenschutzgesetzes für die Fragestellung zu beachten, aber eben auch alle weiteren Gesetze abseits des Strahlenschutzgesetzes.

Nur um es noch mal klar hervorzuheben: dieser Beitrag ist off-topic! Es geht hier nicht um eine Bewertung der Vorwürfe, denen der Mann aus St. Ingbert ausgesetzt ist. Es geht hierbei um die Fragestellung von @miles_teg :

Zitat von: miles_teg am 05. August 2026, 18:07Betrifft das Personen die unwissentlich/ungewollt >1 mSv/a erhalten? Oder prinzipiell alle Bürger? Denn auch auf die Gefahr mich zu wiederholen: solange keine Fremdgefährdung besteht, sollte ich als mündiger Bürger selbst entscheiden können welchen Risiken ich mich aussetze.

#42
Ich arbeite beruflich auch mit radioaktiven Stoffen und auch da wird es immer schwieriger noch etwas tun zu können und im Rahmen dessen zu bleiben was die Behörden akzeptieren. Die Gesetze haben sich relativ wenig geändert, aber die Auslegung dieser wird immer strikter. Scheint mir generell ein Fall von sinkender praktischer Erfahrung zu sein. Die Leute in den Behörden haben selbst kaum noch praktische Erfahrung, früher waren das oft Leute die auch Mal ein Uranbergwerk gesehen haben etc., heute kennt man alles nur noch aus dem Buch und entsprechend groß wird die Paranoia. Betrifft aber auch viele andere Bereiche. In Deutschland will man 100% Sicherheit vor jedwedem Risiko und ist bereit jeden noch so hohen Preis dafür zu zahlen. Das ist die Psychologie hinter dem Hype in dem Fall, an dem sich ja leider auch Leute beteiligen, die es besser wissen müssten.
#43
Deutsche Strahlungsmessgeräte (BRD) / Aw: Thermo Scientific RadEye B...
Letzter Beitrag von Lennart - 07. August 2026, 17:57
Hier hat jemand ein Gerät vergleichsweise günstig in Japan gekauft und verkauft es nun zum Wucherpreis weiter.

https://www.ebay.de/itm/800333454620

Von mir aus kann jeder machen, was er will. Ich will hier auch gar nicht über die Spekulationsfrist diskutieren, aber es sollte jedem klar sein, dass das Einkaufen bei seriösen Ebay-Händlern aus Japan extrem unkompliziert ist. Bevor ich also diesem Menschen Geld in den Rachen schmeiße, würde ich lieber ein Gerät direkt aus Japan bestellen.

Für einen Geigerzähler aus Japan zahlt man 19 % Einfuhrumsatzsteuer auf Kaufpreis + Versandkosten, dazu kommen 0 % (!) Zollgebühren und eine kleine Bearbeitungsgebühr des Versanddienstleisters.

Die Geräte werden von den japanischen Händlern häufig für umgerechnet ca. 800 bis 1200 € angeboten.
Selbst bei 1200 € + 50 € Versand würde man noch mehrere hundert Euro sparen, verglichen mit dem deutschen Angebot! Die Zollabwicklung erledigt z.B. DHL und man kann alle Angaben bequem online ausfüllen, sowie die Einfuhrabgaben per PayPal zahlen.

Ich habe z.B. mein Gerät auch auf diese Art bestellt, die Aussagen spiegeln also meine persönliche Erfahrung wider.

Bevor jemand fragt, woher ich denn so genau weiß, dass das Gerät kürzlich in Japan gekauft wurde:
Ich werde per Mail über neue Angebote benachrichtigt und notiere mir die Seriennummern  ;)
#44
Mineralien, Glas und Keramik / Aw: Prüfstrahler: Quantum Pend...
Letzter Beitrag von RadPalace - 07. August 2026, 17:48
Wenigstens ist in diesem seltenen Fall die Bezeichnung mit "Quantum science" nicht Mal falsch. Ich bin beeindruckt!
#45
Mineralien, Glas und Keramik / Aw: Radioaktive Keramik-Obstsc...
Letzter Beitrag von LuCypher - 07. August 2026, 17:13
"In die Tonne kloppen" werde ich es nicht.

Wenn es hier jemand will kann er/sie es gerne, gratis  bei mir abholen.

Gegen Porto-Ersatz versende ich auch,
allerdings bin ich in Wien und unsere Post ist teuer.
Ich schätze es kostet als versichertes, zerbrechliches Gut:

Nach Deutschland: ~ 40 Euro.
Innerhalb Österreichs: ~ 20 Euro.
(Am liebsten wäre mir, es holt sich jemand ab um 0 Euro)
#46
Österreich (AT) / Aw: Uranvorkommen - Prinzkogel...
Letzter Beitrag von Cassiopeium - 07. August 2026, 16:58
Hallo Megapull,

das sind wirklich tolle Funde mit schönen Kristallen  :yahoo:

Viele Grüße
Heinz
#47
Ich habe ein Video erstellt damit man eine Vorstellung bekommt, wie hoch die Zählrate an einer Cerberus GR-16 Röhre mit Radium-Vorionisation ist.
#48
Das Zerkleinern oder Veredeln von aktivem Gestein ist meiner Meinung nach nie eine gute Idee. Ich kenne ein paar Leute, die das tun und ihre Ausrüstung (und jede Menge Schutzausrüstung) direkt auf die Abraumhalde eines Bergwerks bringen und dort arbeiten.

Aber jedes Mal, wenn ich solche Nachrichten lese, beschleicht mich ein ungutes Gefühl in Bezug auf meine Sammlung, obwohl ich nur vernachlässigbare Mengen sammle und nie etwas verkaufe oder verarbeite. Die öffentliche Panikmache um solche Dinge wird jedes Mal exponentiell aufgebauscht.

Ein Mann hier in Ungarn wurde ein Jahr lang vor Gericht gestellt, weil er 6 Gramm Uranylacetat in einem Fläschchen besaß, dessen Strahlung die VIERFACHE Hintergrundstrahlung aufwies ... schrecklich! Am Ende musste er eine hohe Geldstrafe zahlen. Mein Fußboden strahlt die gleiche Menge Strahlung ab ...

(Und ja, Uranylacetat ist verarbeitetes Material, daher gelten möglicherweise andere Gesetze. Aber trotzdem ...)
#49
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: St. Ingbert – radioaktives...
Letzter Beitrag von DG0MG - 07. August 2026, 13:04
Zitat von: RadPalace am 07. August 2026, 12:26Herrn hinter dem YouTube Kanal RADiOxxxxxx? War der nicht auch hier aktiv? Ich kann es mir kaum vorstellen, aber gibt's sonst noch "influencer" auf dem Gebiet?

Nein, der war es definitiv nicht.
Und es ist auch niemand, der in unserer Geigerzähler-Bubble hier bisher aufgefallen ist.
Ansonsten möchte ich nicht, dass wir hier öffentlich weitere Mutmaßungen über die Person des jungen Mannes anstellen.

Das, was bei der Polizei und "den Medien" als der Begriff "Influencer" durchgeht, ist komplett jenseits unserer Vorstellung. Da reicht ein Tiktok- oder Instagram-Profil aus, in dem einige zehn Kurzvideos aus Bergwerken gezeigt werden. Davon gibt es ganz viele Kanäle. Die erscheinen natürlich nicht präsent, wenn man einfach mal so auf Tiktok geht, sondern Leute gleicher Interessenslage abonnieren die Kanäle gegenseitig. Aber durchaus ist das ein nicht gerade hochexclusives Hobby, sondern passiert ständig, an jedem Wochenende hundert- oder tausendfach. Ohne dass jemand groß Notiz davon nimmt - außer vielleicht die Fledermausschützer.  Wenn Spaßbefahrungen oder Mineraliensammeln es mal in die Mainstream-Medien schaffen, dann ist das Geschrei groß. "Entartetes" Hobby als grundsätzliche Bezeichnung eines Sammlers von radioaktiven Mineralien finde ich etwas unangebracht, "aus dem Ruder gelaufen" ist hier aber sicher treffend. Urangestein zu zerteilen finde ich schonmal keine gute Idee, außer man macht das direkt am Fundort. Schleifen und polieren geht gar nicht, ich weiß aber, dass es gemacht wird.

Bionerd23 macht mit einer polierten Pechblende eine Autoradiographie:



#50
Österreich (AT) / Aw: Uranvorkommen - Prinzkogel...
Letzter Beitrag von megapull - 07. August 2026, 12:54
Heute waren meine Frau und ich für einen Kurztrip dort. Obwohl ich aufgrund der begrenzten Zeit und der Hitze nicht viel Zeit zum Graben oder Sondeln hatte, habe ich trotzdem recht schnell einige aktive Stücke gefunden. Das Vorkommen ähnelt sehr dem in Mörbisch/Fertőrákos: Rostige Risse im Quarzitschiefer.

Ich habe auch das Ende einer Mörsergranate aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden (zum Glück nicht die, die explodiert).

Vielen Dank auch für Ihre Tipps. Wenn ich kann, werde ich auf jeden Fall wiederkommen und mehr Zeit dort verbringen.

Die Dosisleistung war für mich ziemlich niedrig, maximal 1 µSv/h pro Gestein, und die letzten Stücke, die ich gesammelt habe, sind mit dem Radiacode kaum messbar. Trotzdem einige schöne Funde, und die Farbe der Kristalle ist extrem leuchtend und wunderschön.

Oh, und ich habe auch ein paar hübsche Amethyste gefunden. Meine Frau hat sich darüber gefreut.