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#41
Deutsche Strahlungsmessgeräte (BRD) / Aw: air-Q radon
Letzter Beitrag von DG0MG - 06. Oktober 2026, 11:45
Zitat von: air-Q am 05. Oktober 2026, 13:33Eine Po-218-Konzentration spektroskopisch zu bestimmen, gestaltet sich mit dem aktuellen Sensoraufbau schwierig.

Hallo Benjamin,
vielen Dank für die Informationen zum inneren Aufbau aus erster Hand, das finde ich wirklich prima!

Nein, in der Lukas-Zelle mit ZnS-Szintillationen kann man die verschiedenen Alpha-Zerfälle nicht auseinanderhalten, das ist schon klar. Dazu werden die Zerfallsprodukte auf einem Siliziumchip abgeschieden und zerfallen darauf weiter. Dort kann man dann die Impulshöhen auseinanderhalten. So wird das z.B. im verbreiteten AIRTHINGS Corentium gemacht: https://www.geigerzaehlerforum.de/index.php/topic,176.0.html

Da Euer Sensor der Zeichnung im Datenblatt nach offenbar schon selbst einen Prozessor enthält (I2C-Bus?): Ist der Sensor auch einzeln erhältlich, so wie vor einer Weile die Ionisationskammer des RadonEye?
#42
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: CBRN-Einsatz in Alsdorf: F...
Letzter Beitrag von Radiator - 06. Oktober 2026, 05:19
Im Haus der Geschichte Baden-Württemberg ist beim Themenkomplex AKW Wyhl eine Werbung der Atommafia, Verzeihung, der Kernkraftprofiteure ausgestellt.

Eine kleine Durchdrückpackung wie für Tabletten, mit einem zylindrischen dunkelbraunen Preßling von ca. 10x10 mm. Werbetext darauf "Mit dieser Urantablette können sie soundsoviele Einfamilienhäuser soundsolange mit Strom versorgen."

Vielleicht steht ja auf der (nicht einsehbaren) Rückseite, daß es sich um Kaffepulver oder Lakritz handelt, aber man wollte seitens der Verteiler wohl demonstrieren, daß man sich Uran auch einfach so ins Wohnzimmer holen kann.

Vielleicht sollte man doch mal einen Geigerzähler dranhalten. :)
#43
Sachsen / Aw: Hotspot auf dem Weg vom Wa...
Letzter Beitrag von NoLi - 06. Oktober 2026, 00:03
Hier mal ein Bericht der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg LUBW aus dem Jahr 2017, die im Auftrag des Umweltministeriums BW Strahlungsmessungen im Schwarzwald an und um die ehemalige Urangrube "Hans-Paul" in Menzenschwand zur Ermittlung einer möglichen Personendosis von Urlaubern und Wanderer durchgeführt hat:
https://um.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-um/intern/Dateien/Dokumente/3_Umwelt/Kernenergie/Berichte/uebergeordnet/Umweltradioaktivitaet/170719_Bericht_Menzenschwand.pdf
Auslöser war auch hier ein Bericht und Messungen von der Citizen Science Seite.

Norbert
#44
Sachsen / Aw: Hotspot auf dem Weg vom Wa...
Letzter Beitrag von NoLi - 05. Oktober 2026, 23:45
Zitat von: qasweder am 05. Oktober 2026, 23:20...
Bleibt die Frage, ab wann das in 1 m Höhe gefährlich wird. Gibt es da in DE Grenzwerte. Ist natürlich auch ein Unterschied, ob es mitten im Dickicht ist oder unter einer Wanderbank...
Der Grenz- bzw. Richtwert der effektiven Jahresdosis "für eine Einzelperson der Bevölkerung"(Jura-Deutsch) beträgt 1 mSv, bezogen auf realistische Aufenthaltsbedingungen. Unter Umständen kann für die natürliche Dosis ein Jahresgrenzwert von 6 mSv  angesetzt werden.

Norbert
#45
Sachsen / Aw: Plattenstraße Cunersdorf-W...
Letzter Beitrag von Steven - 05. Oktober 2026, 23:26
Zitat von: qasweder am 04. Oktober 2026, 23:18genau auf dem Spot zusammenbricht und seinen Rausch ausschläft, ist 0. Und falls doch, hat er nach 8h eine Jahresdosis Hintergrund gefressen.

Kurzer Hinweis: Das stimmt so nicht. Eine Person würde selbst direkt auf dem Schotterstein eine viel kleinere Dosis erhalten, da nur ein kleiner Teil des Körpers mit der vergleichsweise hohen Dosisrate bestrahlt würde. Dies ist mit den entsprechenden Wichtungsfaktoren auf die Äquivalentdosis umzurechnen.
#46
Sachsen / Aw: Hotspot auf dem Weg vom Wa...
Letzter Beitrag von qasweder - 05. Oktober 2026, 23:20
Hallo Norbert,

danke für die Klarstellung, das wusste ich noch nicht. Schande über mich. Da meine Reproduktionsphase vor 25 Jahren geendet hat, ist 1 m Höhe beim Messen ok.  8)
Dann sind vermutlich nahezu alle Punktquellen unbedenklich. Meine Schreibweise der Einheit werd ich entsprechend anpassen. Hab ich echt übersehen.

Bleibt die Frage, ab wann das in 1 m Höhe gefährlich wird. Gibt es da in DE Grenzwerte. Ist natürlich auch ein Unterschied, ob es mitten im Dickicht ist oder unter einer Wanderbank...


#47
Sachsen / Aw: Hotspot auf dem Weg vom Wa...
Letzter Beitrag von NoLi - 05. Oktober 2026, 22:29
Zitat von: qasweder am 05. Oktober 2026, 22:01...
Mein angegebener Ort wurde verdichtet geprüft. Im untersuchten Bereich ist die Ortsdosisleistung 1m über der Geländeoberkante inhomogen, aber stets unter 0,3 µS/h, Bei meiner Ortsangabe 0,2µS/h
...
Es ist international Usus und vorgeschrieben, die Strahlenexposition für die Bevölkerung bei Umweltmessungen in 1 m Höhe zu bewerten, weil sich dort die strahlenschutzrelevantesten Körperteile befinden (ok, manche sitzen etwas tiefer... :whistle3: ). Aber auch, um den möglichen Einfluß von störender und messwertverfälschender Beta-Strahlung auf Dosisleistungsmessgeräte zu unterbinden.
Daher wird die "offizielle" Ortsdosisleistung µSv/h immer in diesem Abstand gemessen und mit realistischer Aufenthaltszeit zur möglichen Dosisermittlung bewertet.

Was ich aber auch nicht gut finde, solche kleinförmigen Strahlenquellen im Boden zu ignorieren, zumindest wenn diese sich auf öffentlichen Wegen befinden und mit moderaten Mitteln entfernbar sind.
Ich denke, dies wird eine Kompetenz- bzw. Zuständigkeitsfrage sein: wer ist dafür zuständig und muß vor allem dann für die Kosten dafür aufkommen?

Norbert
#48
Sachsen / Aw: Hotspot auf dem Weg vom Wa...
Letzter Beitrag von qasweder - 05. Oktober 2026, 22:29
Sollte ich es vor meinem Urlaub schaffen, werd ich nochmal nachschauen. Wehe, ein Schlingel hat "meinen" Fund geklaut, dir soll morgen früh der Henkel deiner vollen Kaffeetasse abbrechen  ;)
#49
Sachsen / Aw: Hotspot auf dem Weg vom Wa...
Letzter Beitrag von DG0MG - 05. Oktober 2026, 22:16
Zitat von: qasweder am 05. Oktober 2026, 22:01Instinkt oder bessere Quellen?

Bessere Quellen hatte ich nicht, woher auch. Ich habe unterwegs noch nichtmal Internet mit und konnte deswegen beim spontanen Besuch auch gar nicht nachschauen, wo genau Du - beginnend vom Dreckparkplatz an der Straße laufend - den ersten Hotspot gefunden hattest. An der Waldkante war schon etwas erhöhtes Tickern, das ist häufig so, dass Wegabzweige mit Schotter befestigt werden. Deswegen dachte ich mir: Wenn die den Abzweig zu irgendeinem Zweck geschottert haben, dann sicher auch den Weg im weiteren Verlauf. Und so bin ich halt nach Süden gelaufen, nochmals den von Dir begangenen Weg abzulaufen, machte ja auch keinen größeren Sinn.

Danke für den Bericht über die Rückmeldung des LfULG, das hätte ich so gar nicht erwartet. Aber so ist es allemal besser, als wenn soclhe Einsätze wie in München passieren und ein Pressevertreter den anderen in gefährlicher Berichterstattung übertrumpfen will.

#50
Sachsen / Aw: Hotspot auf dem Weg vom Wa...
Letzter Beitrag von qasweder - 05. Oktober 2026, 22:01
Ich habe heute eine Email vom SÄCHSISCHEN LANDESAMT FÜR UMWELT, LANDWIRTSCHAFT UND GEOLOGIE Referat 54 Strahlenschutz erhalten, um mir abschliesend das Messprotokoll  und den Befund mitzuteilen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das hier veröffentlichen darf, aber ich möchte möglichst unverfälscht die wichtigsten Ergebnisse zitieren.

Am 01.10.26 wurde von einem Referent (Name bekannt) dieser Spot näher untersucht. Zum Einsatz kam ein geeichtes Automess 6150 AD mit Szintillatorsonde AD-b.

Mein angegebener Ort wurde verdichtet geprüft. Im untersuchten Bereich ist die Ortsdosisleistung 1m über der Geländeoberkante inhomogen, aber stets unter 0,3 µSv/h, Bei meiner Ortsangabe 0,2µSv/h

Es sind Fotos beigefügt, wo jemand das Automess mit Sonde vor dem Bauch in der Wegmitte(?) hält und misst, im Foto scheint es die Wegmitte zu sein. Das Foto wurde aus seiner Sicht aufgenommen. Und es gibt ein Foto von einer Messung an der aufsteigenden Böschung am Wegrand Richtung Wald (Süd). Ich gehe mal davon aus, das derjenige die schwankende Genauigkeit von zivilen GPS im Blick hat und die umliegenden 10...20m mit abgesucht hat.

Der Bericht geht dann noch auf die Art des Wegebaus und die regional typische Strahlung ein. Also gabs diesen Spot in seinen Augen eher nicht. Das ist meine Interpretation,wurde aber so nicht gehauptet.
Sein Fazit: Kein weiter Handlungsbedarf.

Was lerne ich daraus? Das die relevante ODL so bestimmt wird, war mir nicht bekannt, und ich hab sie demzufolge auch nicht bestimmt.  Ich werd mal hinfahren und nachmessen. Ob dieser alleinstehende Spot in 1m Höhe noch auffällig ist, kann ich nicht sagen. Kann ja auch schon ein Mineraliensammler den Stein untersucht und ihn entfernt haben. Wir werden sehen.

Da ich gestern erst das Thema bei meinen Funden in Cunersdorf hatte, bin ich da von @Lennart (Danke nochmal) eingenordet und seh das mittlerweile realistischer. Punktquellen sind halt wahrscheinlich echt nicht relevant.

Bei einer kurzen Recherche hier im Forum hab ich zur Relevanz solcher Funde noch nichts gefunden, falls jemand mehr weiß, kann er gerne einen Link posten.

@DG0MG Wie du da zielsicher in den Süden meines Fundes gelaufen bist ist schon erstaunlich. Die Schummerungskarte zeigt zwar paar alte Löcher, aber die Wismut scheint dort nicht mal gebohrt zu haben laut boreholemap. Instinkt oder bessere Quellen?