Software: GeigerLog kann jetzt auch Gamma-Spektren

Begonnen von ullix, 10. Februar 2025, 12:20

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Gigabecquerel

Richtig, einer pro Peak.
Und wie du siehst hat der höherenergetischere eine geringere FWHM.
Gammaspektroskopie, Proportional- und Halbleiterzähler!

ullix

Ich hab inzwischen ein relevantes Paper gefunden, wenn auch von Ge Detektor statt CsI:
https://www.crpr-su.se/CELET/gammaspec.pdf

Die Daten sind von einem 4k MCA. Ich habe Table 1 auf Seite 25 genommen.

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Danach ist die FWHM eher gar nicht von der Peak Energy (linkes Bild) abhängig! Zum Test habe ich zusätzlich (rechtes Bild) die relative FWHM gegen Energie im Doppel-Log dargestellt. Die nach Gefühl eingezeichnete Kurve 2/Energie ist ein sehr guter Fit der Daten.

Das hiesse, dass dieser Ge Detektor dieselbe FWHM für alle Energien zeigt. Das ist in den Grafiken Fig. 6.6 / 6.11 / und 6.13 sogar sichtbar!

Allerdings sind die bisher bekannten Werte für den "MEASALL" Detektor von 7.5% für 662keV und 5.9% für 1.46 MeV damit nicht im Einklang - der Unterschied von 86keV zu 50keV ist doch ausserhalb der Messgenauigkeit (ich kann allerdings nicht ausschliessen, dass der User noch keine optimalen Einstellungen nutze).


ullix

Ein User hat mir dankenswerterweise Zugang zu einem guten Fundus von Spektren verschafft (CsI Sensor). Diese wurden offensichtlich von dem DHS (US-Heimatschutz Ministerium) erstellt. Es sind XML Dateien, aber leider mit einem eklatanten Kodierungsfehler (Namespace nicht definiert), was für so eine Behörde schon erstaunlich ist. Mit ein paar Verrenkungen waren sie dann aber doch für mich lesbar. GeigerLog kann also jetzt auch XML Dateien.

Das erste Bild zeigt Co-60 mit dem wohl bekannten Doppelpeak.

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Nicht ganz einfach ist die Kalibrierung. Die Energie vs. Kanal Kurve (gepunktet) ist klar nicht-linear. Die Kanalbreiten-Kurve (grau) ist nicht nur nicht-linear sonderm zudem nocht nicht einmal monoton! Sehr dubios.

Die Kalibrierung passt meistens, aber nicht immer, wie im Bild mit Ag-108 zu sehen.

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Manche Spektren haben einen stark ansteigenden Untergrund zu niedrigen Energien hin. Manchmal hilft es dann, die Spektren logarithmisch anzuzeigen, obwohl die Peaks dann schwächer ausgeprägt sind, siehe Rn-222 Spektrum.

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Über alle Spektren hinweg (gut 2 Dutzend) sieht es so aus, als würde FWHM mit der Energie zunehmen. Das wäre dann mit diesem CsI Detektor anders, als mit dem gerade betrachteten Ge Detektor!

GeigerLog mit diesen neuen Funktionen wird als 1.6.0pre27 Devel-Version in Kürze runterladbar sein, von hier:

https://sourceforge.net/p/geigerlog/discussion/devel2/

Ein paar Spektren füge ich dem zip Paket auch bei.


ullix

Eine technische Frage:
Dies ist ein Cs-137 Spektrum. Sieht sauber aus, ohne andere Isotope. Main Peak klar erkannt und gefittet, ebenso Compton-Edge. Aber was ist der Peak (?) bei 200keV?

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Gigabecquerel

Gammaspektroskopie, Proportional- und Halbleiterzähler!

ullix

Danke. Hab's nachgerechnet, und ja, energetisch kommt es gut hin.

Ich hätte aber erwartet, dass der Backscatter Peak stärker "verschmiert" is. Aber in diesem Spektrum finde ich FWHM=50keV für des Main Peak, und 51keV für den BS Peak. Das ist für mich identisch. Sollte der BS Peak nicht deutlich breiter sein?

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NoLi

Zitat von: ullix am 30. März 2025, 13:32...
Ich hätte aber erwartet, dass der Backscatter Peak stärker "verschmiert" is.
...
Das hängt von der Präparateumhüllung und/oder Präparatehalterung ab. Wie sieht dieses bei dir aus?

Norbert

ullix

Das weiss ich leider nicht. Die Spektren sind (fast) alle von treusorgenden Mitbürgern, die diese in meine Spektren-Sammelbüchse getan haben. Damit habe ich dann GeigerLog erklärt, wie man solche Spektren zu lesen hat  :-\

In den Metadaten - so überhaupt vorhanden - ist wenig erleuchtendes zu finden.

Da der Backscatter Peak so klar asugeprägt und schmal ist, dürften sich in dem Backscatter Peak so gut wie ausschliesslcih Gammas befinden, die die maximale Energie haben. Also müssten Sensor, Quelle, und "Reflektor" sich auf einer Linie befinden?

NoLi

Zitat von: ullix am 31. März 2025, 08:23...
Also müssten Sensor, Quelle, und "Reflektor" sich auf einer Linie befinden?
Vermutlich ja, und auch sehr nahe am Detektorkristall.

Norbert

Peter-1

Je nach Anordnung von Präparat und Kristall bekomme ich etwas unterschiedliche Spektren.
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Gruß  Peter

ullix

Interessantes Ergebnis! Kannst Du noch beschreiben was genau der Aufbau-Unterschied war?

Kann es sein dass hier auch schon ein Background abgezogen wurde?

Peter-1

Background war abgezogen. Grüne Linie : das Präparat lag oben auf dem Kopf vom Kristall. Rote Linie : das Präparat lag seitlich am 2" Kristall, direkt zwischen Pb+Cu Schirmung.
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Gruß  Peter

ullix